Glossar

A

Anwendungsorientiert

Anwendungsorientierte Forschung ist praxisbezogen. Das heißt, die Forschungsergebnisse oder -entwicklungen können im Anschluss in der Industrie eingesetzt werden.

Arbeit 4.0

Unter dem Begriff Arbeit 4.0 werden Fragen zur Zukunft der Arbeit gefasst. Es geht darum herauszufinden, wie wir die aufgrund der Digitalisierung veränderte Arbeitswelt künftig gestalten und organisieren wollen. Dazu zählen Überlegungen zu technischen Neuerungen und Arbeitszeitmodellen genauso wie zu den Chancen und Risiken, die damit verbunden sind. 

C

Cyber-physische Systeme

Cyber-physische Systeme bezeichnen einen vernetzten Verbund aus mechanischen Komponenten, Software und Informations- und Kommunikationstechnologien. Sie spielen für die Industrie 4.0 eine zentrale Rolle. Denn sie können die Prozesse komplexer Systeme und Infrastrukturen weitgehend autonom steuern, indem sie Daten in Echtzeit austauschen. So werden Effizienz, Flexibilität und Sicherheit in Anwendungsfeldern wie Produktion, Logistik, Energie oder Mobilität verbessert.

D

Data Mining

Data Mining bezeichnet die automatische Auswertung größerer Datenmengen. Ziel ist es, Zusammenhänge oder Regelmäßigkeiten zu entdecken.

Daten

Daten sind rohe, nicht analysierte Fakten. Sie können strukturiert oder unstrukturiert vorliegen. Durch verschiedene Verarbeitungstechniken können sie in Informationen überführt werden.

Digitalisierung

Die Digitalisierung hat fast alle Bereiche des täglichen Lebens erfasst. Dokumente, die früher nur analog vorlagen (z. B. Bücher oder Filme), können nun in digitalisierter Form gelesen oder heruntergeladen werden. Dies betrifft auch alle anderen Formen von Daten. Daraus ergibt sich, dass diese Daten gesammelt und ausgewertet werden können.

Digitalisierungsparadox

Unternehmen investieren zwar häufig in Digitalisierung, Datenzugriff und Datenanalyse. Oft geht dies jedoch nicht mit dem erwünschten Mehrwert oder der erwarteten Umsatzsteigerung einher. Dieses Phänomen umschreibt das Digitalisierungsparadox.

I

Industrie 4.0

Unter Industrie 4.0 versteht man die Veränderung der industriellen Produktion. Sie wird flexibler und lässt sich individuell anpassen, weil industrielle Güter und Prozesse miteinander vernetzt sind. Der durch diese intelligente Vernetzung mögliche Datenaustausch sorgt dafür, dass Maschinen und Systeme Produktionsprozesse weitgehend selbstständig steuern, überwachen und optimieren.

Internet of Things

Das Internet macht es möglich, Gegenstände (Maschinen, Anlagen, Produkte) und virtuelle Einheiten (Apps) zu verbinden. Über diese Vernetzung – auch Konnektivität genannt – können Daten ausgetauscht werden. Das Internet der Dinge (Internet of Things, kurz: IoT) bezeichnet die Gesamtheit dieser verbundenen Objekte. Über das IoT können physische und virtuelle Objekte untereinander, aber auch mit Menschen Daten austauschen oder kommunizieren. Nutzungsmöglichkeiten erstrecken sich von Mensch-Maschine-Interaktionen beispielsweise in Produktionsstrecken bis hin zur Übernahme komplexer Aufgaben durch Maschinen im Sinne der Industrie 4.0.

K

Komplementär

Komplementäre sind unternehmerische Akteure und Partner, welche ergänzende Produkte und Dienstleistungen auf einer Plattform anbieten. Ihre Integration kann hilfreich sein, um Plattformen in ihrer Größe zu erweitern und komplexe Ökosysteme aufzubauen. Im Zusammenhang mit der zunehmenden Integration von Komplementären wächst die Möglichkeit, von direkten und indirekten Netzwerkeffekten zu profitieren.

Konnektivität

Konnektivität bezeichnet die Vernetzung von Geräten oder virtuellen Einheiten wie Apps über digitale Netze wie das Internet.

P

Plattform

Eine digitale Plattform ist ein internetbasierter, imaginärer Marktplatz, der die Interaktionen und Transaktionen der verschiedenen Teilnehmenden (Anbietendende, Nachfragende und Komplementäre) ermöglicht. Das dadurch entstehende Netzwerk garantiert für mindestens einen der Beteiligten einen Mehrwert.

S

Servitization

Der Begriff Servitization beschreibt einen Prozess, bei dem das produzierende Gewerbe sich in Richtung Dienstleistung entwickelt. Angeboten werden also nicht mehr reine Produkte, sondern auch damit einhergehende weitere Leistungen. Ein Beispiel ist die Wartung von Maschinen. Ein Zusammenhang mit der Digitalisierung kann hergestellt werden, wenn Maschinendaten dafür verwendet werden, den Verschleiß bestimmter Teile möglichst genau vorherzusagen.

Smart Factory

Die Smart Factory ist Bestandteil der Industrie 4.0 und bezeichnet die Vision einer intelligenten Produktionsumgebung, in der sich Maschinen, Anlagen und Logistiksysteme (cyber-physische Systeme) ohne menschlichen Eingriffsbedarf selbst organisieren und Prozesse automatisch optimieren. Grundlage dafür ist der Datenaustausch durch die Vernetzung der industriellen Güter und Prozesse über Konnektivitätstechnologien und das Internet der Dinge.

Sozioökonomisch

Die sozioökonomische Forschung hat sowohl die Wirtschaft als auch die Gesellschaft im Blick. Wirtschaftliche Entwicklungen können die Gesellschaft verändern (z. B. das Smartphone). Genauso kann ein gesellschaftlicher Wandel Einfluss auf die Wirtschaft nehmen (z. B. der Wunsch nach der besseren Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben). 

W

Wertschöpfung

Unter Wertschöpfung versteht man die wirtschaftliche Leistung, die ein Unternehmen hervorbringt. Die Wertschöpfungskette bezeichnet alle dazu notwendigen Prozesse (verkürzt z. B. Zulieferung – Produktion – Auslieferung). Im Wertschöpfungsnetzwerk verlaufen diese Schritte nicht mehr linear, sondern bewegen sich entlang verschiedener Kanäle, die sich gegenseitig beeinflussen. Beispielsweise erhalten die Kunden so mehr Einfluss auf das herzustellende Produkt.

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