Wie die digitale Transformation Unternehmen verändert

Alexander Arzt, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt Data Mining und Wertschöpfung, berichtet von der Spring Servitization Conference 2019.

Drei Sätze zu den Inhalten der Konferenz

Durch den digitalen Wandel und die zunehmende Datenverfügbarkeit wandelt sich die Service-Landschaft in Unternehmen.

Das ermöglicht neue datengetriebene Services und erweiterte Service-Angebote, zieht Veränderungen bei Geschäftsmodellen, Markt und Wettbewerb nach sich und hat Auswirkungen auf organisationale Anforderungen und Unternehmensstrategien.

Vertreterinnen und Vertreter von Scania, SAAB AB, Toyota Material Handling Europe und Electrolux berichteten davon, wie sie in ihren Unternehmen den Wandel koordinieren, indem sie zum Beispiel notwendige Kompetenzen und Fähigkeiten ausbauen, oder bestimmte Dienstleistungen auf andere Unternehmen oder in Wertschöpfungsnetzwerke auslagern.

© Alexander Arzt

Nicht nur die Inhalte der Konferenz waren interessant, auch die Atmosphäre war angenehm.

Persönliches Fazit von Alexander Arzt:

»Die Konferenz hat mir einen guten Überblick darüber verschafft, welche Themen momentan in Wirtschaft und Wissenschaft diskutiert werden und in welchen Bereichen es noch Forschungsbedarf gibt. Besonders spannend fand ich die Aspekte, die für die digitale Transformation und für die Etablierung datengetriebener Services in Unternehmen eine Rolle spielen, und welche Herausforderungen und Lösungsansätze sich daraus ergeben. Nicht zuletzt habe ich auch vom positiven Feedback und den konstruktiven Impulsen zu unserem Forschungsposter, das ich im Rahmen der Konferenz vorgestellt habe, profitiert.«

Business Model Innovations for Competing on IoT Platform Battleground

 

Das Poster beschreibt unsere Forschung zu Geschäftsmodellen und zum Aufbau von IoT-Plattformen (Internet of Things), die wir als große Chance aber auch Herausforderung für Industrieunternehmen betrachten.

© Data Mining und Wertschöpfung

Der erste Teil des Posters zeigt die drei von uns identifizierten Wachstumspfade, die Industrieunternehmen verfolgen können, um das Digitalisierungsparadox zu überwinden.

  1. Zunächst müssen Unternehmen digitale Technologien in ihre physischen Produkte wie Maschinen und Anlagen einbetten, um so die Funktionen ihrer Produkte zu erweitern und das Wertversprechen gegenüber Kunden zu erhöhen.
  2. Unternehmen können Konnektivitätstechnologien nutzen, um ihre Produkte über das Internet zu vernetzen und so Einblick in die Produktnutzung beim Kunden zu erhalten, diese zu beobachten und zu analysieren. Dadurchkönnen Unternehmen Verbesserungspotenziale der Produkte ableiten, neue Service-Bedarfe des Kunden erkennen oder nutzungs- bzw. leistungsabhängige Bezahlungsmodelle entwickeln.
  3. Die Etablierung eines IoT-Plattform-basierten Applikationsgeschäfts ist ein weiterer Wachstumspfad, der den Weg des Unternehmens in das digitale Servicegeschäft ebnet. Unternehmen nutzen hierbei die vielfältigen verfügbaren Daten ihrer vernetzten Produkte und kombinieren sie mit Technologien des maschinellen Lernens oder der künstlichen Intelligenz, um Kundenprozesse zu analysieren, zu optimieren und Probleme beim Kunden zu lösen. Letztendlich verkaufen sie somit Software-Applikationen als digitale Services.
© Data Mining und Wertschöpfung

IoT-Plattformen können kaum im Alleingang aufgebaut und wirtschaftlich genutzt werden, sondern umfassen ein Ökosystem als Wertschöpfungsnetzwerk aus verschiedenen Akteuren und Ebenen. Der zweite Teil des Posters veranschaulicht dieses Ökosystem und gibt Beispiele für die verschiedenen Akteure. Zahlreiche Fragen sind in diesem Zusammenhang noch offen und sollen im Rahmen unserer Forschung untersucht werden:

  • Werden wenige Plattformen den Markt dominieren oder können viele verschiedene Plattformen koexistieren und sogar von einem Datenaustausch untereinander profitieren?
  • Werden bestimmte Akteure innerhalb des Ökosystems einen überproportionalen Anteil der Wertschöpfung für sich beanspruchen?
  • Wie kann das Ökosystem reguliert werden?
  • Welche Geschäftsmodelle sind auf IoT-Plattformen denkbar und welche sind besonders erfolgsversprechend?
© Data Mining und Wertschöpfung

Der dritte Teil des Posters skizziert Implikationen des IoT-Plattformgeschäfts für die Komponenten des Geschäftsmodells (Wertversprechen, Wertschöpfung, Ertragsmechanismus). Außerdem versuchen wir, IoT-Plattformen anhand der Ausgestaltung des Geschäftsmodells zu unterscheiden und zu kategorisieren. Zu diesem Zweck führen wir erste Ideen für mögliche Kategorien auf, in die bestehende IoT-Plattformen eingeordnet werden sollen.

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Alexander Arzt

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Alexander Arzt

Wissenschaftlicher Mitarbeiter Data Mining und Wertschöpfung

Fraunhofer-Zentrum für Internationales Management und Wissensökonomie IMW
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