Auftakt des Forschungsprojekts »Data Mining und Wertschöpfung« stellt den Wert von Daten für Unternehmen in den Mittelpunkt

© Fraunhofer IMW

Wie eine sichere Wertschöpfung durch Daten gelingen kann, diskutierte der World-Café-Tisch Cybersecurity.

© Fraunhofer IMW

Am Nachmittag begrüßten Institutsleiter Prof. Posselt und Projektleiter Prof. Gebauer (Fraunhofer IMW) und Prof. Scheuermann (Universität Leipzig) die geladenen Gäste und rückten noch einmal das Gesamtprojekt in den Vordergrund.

© Fraunhofer IMW

Institutsleiter Prof. Posselt im Gespräch mit der sächsischen Staatministerin für Wissenschaft und Kunst, Dr. Eva-Maria Stange

Die Digitalisierung verändert die Wertschöpfung der Unternehmen im Industrieland Deutschland – so auch im Freistaat Sachsen. Für kleine und mittlere Unternehmen ist dieser Transformationsprozess geradezu existenziell. Daten sind hierbei ein wesentlicher Treiber der Digitalisierung. Sie eröffnen zudem Möglichkeiten zur Verbesserung von Produktionsprozessen, für neue Produkte und Dienstleistungen und für innovative Geschäftsmodelle. Wie können Unternehmen aus ihren Daten nun allerdings neue Werte schaffen? Diesen Forschungsfragen geht das Gemeinschaftsprojekt »Data Mining und Wertschöpfung« des Fraunhofer IMW und der Universität Leipzig nach. Am 5. November 2018 fand der Auftakt des gemeinsam mit der Universität Leipzig konzipierten, mit Mitteln in Höhe von 7,5 Mio € des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und des Freistaats Sachsen geförderten, großangelegten und auf vier Jahre ausgelegten Forschungsprojekts im Leipziger Salles de Pologne statt. Das Arbeitstreffen, das von Grußworten der Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Dr. Eva-Maria Stange, und dem Leipziger Bürgermeister Ulrich Hörning begleitet wurde, traf auf reges Interesse der am Projekt beteiligten Unternehmen.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Fraunhofer IMW und der Universität Leipzig analysieren in der Projektlaufzeit bis 2022 den ökonomischen Wert von Daten und den Stand der Digitalisierung insbesondere sächsischer Unternehmen. Es sollen neue Methoden und geeignete Softwarelösungen entwickelt werden, um den Wert von Daten wissenschaftlich vermessen und fundieren zu können.

Projektleiter Prof. Dr. Heiko Gebauer vom Fraunhofer IMW gab zum Start des Projektauftakts mit seiner Begrüßung zunächst einen thematischen Überblick über das Gesamtprojekt und einen Einblick in erste Erkenntnisse aus Interviews mit Branchenvertreterinnen und -vertretern. Er beschrieb, dass Unternehmerinnen und Unternehmer strategische Entscheidungen zunehmend auf der Basis einer umfassenden Datenanalyse unterschiedlicher Quellen treffen müssten, um weiterhin international wettbewerbsfähig zu bleiben.

Im anschließenden World Café gaben Expertinnen und Experten aus der Praxis Impulse zu verschiedenen Themen der Digitalisierung: von Industrie 4.0 über Visual Analytics bis hin zu Blockchain. In der Touristikbranche könnte die hinter Blockchain liegende Technologie beispielsweise in Zukunft ermöglichen, Daten der »Customer Journey« zu systematisieren und geschützt an alle beteiligten Partnerunternehmen weltweit zu verteilen. Wie eine sichere Wertschöpfung durch Daten gelingen kann, diskutierte der World-Café-Tisch Cybersecurity. Die Experten der Universität Leipzig stellten die semantische Analyse umfangreicher Texte durch das Umwandeln von Worten in numerische Werte vor, das sogenannte Text Mining. Das World Café bot einen fundierten Einblick in unterschiedliche Aspekte der Digitalisierung und diente zugleich als Erwartungsabgleich zwischen den geladenen Unternehmerinnen und Unternehmern und dem Forschungsteam.

Am Nachmittag rückte wiederum das Gesamtprojekt in den Vordergrund. Die sächsische Staatministerin für Wissenschaft und Kunst, Dr. Eva-Maria Stange, betonte in ihrem Grußwort zum Arbeitsbeginn des mit 7,5 Mio € durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Sachsen geförderten Forschungsprojekts die zentrale Rolle des Projekts. »Ihre Kernaufgabe ist es mit Ihren Forschungen, die Digitalisierung in Sachsen voranzutreiben, gemeinsam neue digitale Geschäftsmodelle zu entwickeln und digitale Kompetenzen weiter aufzubauen.« Die Staatministerin bezeichnete das Projekt als wichtigen Grundstein für den digitalen Fortschritt des sächsischen Mittelstands.

Der Institutsleiter des Fraunhofer IMW, Prof. Dr. Thorsten Posselt fügte hinzu: »Das Projekt ›Data Mining und Wertschöpfung‹ dient als erster und wichtiger Anstoß mit dem langfristigen Ziel, die Erkenntnisse auch auf andere Branchen und Bundesländer zu übertragen.«

Der Prorektor für Entwicklung und Transfer der Universität Leipzig, Prof. Dr. Thomas Lenk, hob die Universität als starken wissenschaftlichen Partner des Fraunhofer IMW und der Unternehmen hervor. Er betonte das für das Forschungsfeld Digitalisierung wegweisende Zusammenwirken mehrerer Institute der Universität Leipzig mit dem Fraunhofer IMW. »Das universitäre und außeruniversitäre Forschungsteam verknüpft sozioökonomische mit softwaregestützten Kompetenzen, um sächsische Unternehmen zielgerichtet bei der Digitalisierung zu begleiten und sie dabei zu unterstützen, die Bedeutung ihrer digitalen Daten besser einzuschätzen und diese Daten nutzbar zu machen.«

Der Bürgermeister und Beigeordnete für Allgemeine Verwaltung der Stadt Leipzig, Ulrich Hörning, stellte in seiner Rede die Digitalisierungsvorhaben der Stadt Leipzig vor.

Praxisnahe Einblicke in den Unternehmensalltag lieferten außerdem Vorträge von Unternehmensrepräsentanten und -fachleuten. Dr. Egbert Röhm, Geschäftsführer der Theegarten-Pactec GmbH & Co. KG, erläuterte die Nutzung intelligenter Maschinen und Algorithmen in der Verpackungsindustrie. In seinem Vortrag zeigte er zudem offene Fragen und konkrete Ansatzpunkte für das Projekt »Data Mining und Wertschöpfung« auf.

Beim anschließenden Networking vertieften die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik die Diskussion und den Austausch zu den Potenzialen datenbasierter Technologien untereinander. Interessierte Unternehmen informierten sich aus erster Hand über die Möglichkeit am Projekt mitzuwirken, um gemeinsam neue Modelle der Wertschöpfung und neue IT-Lösungen zur kommerziellen Nutzung von Daten als Mehrwert für die sächsischen Unternehmen zu entwickeln.

 

Der Artikel erschien zuerst auf der Website des Fraunhofer IMW.